Es gab eine Zeit in meinem Leben, da hätte ich alles dafür getan, die Liebe in meinem Herzen wieder zu spüren.
Ich hatte meine Ehe hinter mir gelassen. Ich hatte vieles verändert. Ich glaubte, wenn ich nur genügend Liebe gebe, genügend positiv denke und genügend an mir arbeite, würde sich mein Leben von selbst ordnen.
Heute weiß ich: Damals suchte ich nicht nach Spiritualität.
Ich suchte nach Halt.
Und genau deshalb war Spiritualität für mich eine Zeit lang keine Täuschung.
Sie war meine Überlebensstrategie.
Der Tag, an dem ich aufhörte wegzulaufen
Vor zwei Jahren veränderte eine Brustkrebserkrankung mein Leben. Rückblickend war nicht die Diagnose meine größte Prüfung. Es war alles, was danach geschah.
Am Tag meiner Operation lernte ich einen Menschen kennen, der starke narzisstische Züge trug. In den folgenden zwei Jahren wurde ich immer wieder mit denselben Mustern konfrontiert. Jedes Mal fühlte es sich an, als würde mir jemand das Herz aus der Brust reißen.
Und jedes Mal setzte ich es wieder ein. Nicht unversehrt. Nicht stärker. Einfach nur mit der Hoffnung, dass es diesmal anders werden würde. Dann kam dieser Tag. Ich war zum zweiten Mal in Wien. Allein in einem Hotelzimmer. Draußen tobte ein Sturm. Zwischen fremden Laken traf ich die vielleicht wichtigste Entscheidung meines Lebens. Ich laufe nicht länger vor meinem Schmerz davon.
Nicht morgen.
Nicht irgendwann.
Jetzt.
Meine Spiritualität war eine Flucht
Heute kann ich es ehrlich sagen. Es gab eine Zeit, in der Spiritualität für mich eine Flucht war. Nicht, weil Spiritualität falsch ist, sondern weil ich sonst vermutlich zerbrochen wäre. Ich suchte nach Zeichen, nach Manifestationen, nach Antworten. Ich zog Karten und hoffte auf Wunder. Ich wollte glauben, dass Liebe allein alles heilt.
Dabei verstand ich den Unterschied zwischen meiner inneren Führung und meiner Angst noch nicht.
Ich sah meine Wunden, doch ich lebte aus ihnen heraus. Ich zeigte sie und sprach über sie. Transformiert hatte ich sie noch nicht. Damals war das genau richtig.
Es war die Bewusstseinsebene, auf der ich stehen konnte. Heute verurteile ich diese Frau nicht. Ich bin ihr dankbar.
Denn ohne sie wäre ich nicht die Frau geworden, die ich heute bin.
Hades' Schlafgemach
Manchmal sage ich scherzhaft, ich war unzählige Male in Hades' Schlafgemach. Doch eigentlich steckt darin eine tiefe Wahrheit.
Dort begegnete ich meiner Scham, meiner Trauer und meinen tiefsten Ängsten. All dem, was ich jahrelang unter spirituellen Konzepten verborgen hatte.
Jedes Mal kehrte ich verändert zurück. Nicht, weil der Schmerz kleiner wurde, sondern weil ich ihm immer weniger auswich.
Heute glaube ich manchmal, Hades sitzt irgendwo und beobachtet mich schmunzelnd. Nicht, weil ich ihn besiegt hätte, sondern weil ich aufgehört habe, vor ihm davonzulaufen.
Wenn Spiritualität den Boden verliert
In den vergangenen Jahren habe ich vieles hinterfragt - auch meine eigenen Lehren.
Manifestation.
Wunder.
Zeichen.
Karten.
Alles.
Nicht aus Zweifel, sondern aus Ehrlichkeit. Ich begegne heute immer wieder einer Spiritualität, die Menschen von sich selbst entfernt. Sie suchen jede Feder, jede Doppelzahl. Für jede Entscheidung ein neues Zeichen.
Und verlieren dabei den Kontakt zu dem einen Ort, der sie wirklich führen kann. Zu sich selbst. Spiritualität ohne Erdung wird schnell zu einer weiteren Form der Flucht. Nicht ins Dunkel, sondern ins Licht.
Und auch das bleibt eine Flucht.
Was sich verändert hat
Wenn Menschen mich heute fragen, warum ich so strahle, antworte ich immer gleich. Weil ich in mir angekommen bin. Nicht, weil mein Leben perfekt ist. Nicht, weil ich nie mehr wütend werde.
Ganz im Gegenteil. Ich liebe meine Wut. Sie zeigt mir, wenn eine Grenze überschritten wurde.
Sie schenkt mir Kraft.
Sie bringt Dinge in Bewegung.
Früher hätte ich sie weggedrückt.
Heute höre ich ihr zu. Meine Spiritualität ist leiser geworden. Bodenständiger. Ich muss nicht mehr jede Feder deuten. Nicht jede Doppelzahl entschlüsseln.
Ich freue mich über den Duft des Waldes. Über einen Vogel, der vor mir landet. Über ein ehrliches Gespräch. Über Stille.
Ich habe verstanden, dass Spiritualität nicht darin besteht, ständig nach Zeichen zu suchen. Sie zeigt sich darin, wie ich lebe. Wie ich liebe. Wie ich Grenzen setze. Wie ich mit mir selbst umgehe.
Babymikromakroschritte
Meine Veränderung geschah nicht über Nacht oder durch ein Seminar. Nicht durch eine Kartenlegung oder durch ein Ritual.
Sie geschah in dem, was ich liebevoll meine Babymikromakroschritte nenne. Ein kleiner Schritt. Noch einer. Dann wieder einer.
Die Arbeit mit meinem Körper, damit er versteht, dass die Vergangenheit vorbei ist. Die Arbeit mit meinem Geist. Und die Entscheidung, meiner inneren Führung jeden Tag ein kleines Stück mehr zu vertrauen.
Mein Botinnenwort
Vielleicht besteht spirituelles Wachstum nicht darin, immer höher zu schwingen.
Vielleicht besteht es darin, den Mut zu finden, mit beiden Füßen auf der Erde zu stehen und dem eigenen Herzen treu zu bleiben.
Denn Licht ohne Schatten blendet.
Erst wenn wir beidem begegnen, entsteht Ganzheit.
Zwei Fragen für dich
Wo suchst du noch Antworten im Außen, obwohl dein Herz sie längst kennt?
Was würde sich verändern, wenn du heute aufhörst, vor einem Teil von dir davonzulaufen?
Wenn dich diese Zeilen berührt haben, begleite ich dich gerne ein Stück auf deinem Weg.
Nicht, um dir Antworten zu geben.
Sondern um dich an das zu erinnern, was du längst in dir trägst.
Ich erinnere Frauen an das, was sie längst in sich tragen.
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Auf meinem YouTube-Kanal Wild Woman Spirit findest du Meditationen,
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„Bewusstsein & Genuss“
in Glashütten in Hessen.
Vier Tage.
Tiefe Begegnung.
Natur.
Wahrheit ohne Masken.
Vielleicht führt dein Weg genau dorthin.
Denn Heilung beginnt in dem Moment in dem du aufhörst, dich selbst für Liebe zu verraten.
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