Wenn Du allein sein kannst, beginnst Du Dich selbst zu hören

Veröffentlicht am 23. September 2026 um 15:02

Früher war ich in der Hotellerie ständig unter Menschen. Menschen um mich herum. Gespräche. Begegnungen. Bewegung. Leben.

Heute genieße ich meinen Rückzug. Manchmal brauche ich ihn sogar. Wenn die Welt da draußen zu laut wird, ziehe ich mich zurück. Nicht aus Schwäche, sondern weil ich gelernt habe, wie kostbar es ist, wieder bei mir anzukommen.

Das war nicht immer so. Am Anfang war das Alleinsein für mich eine Strafe. Plötzlich war niemand mehr da. Kein Mensch, an dem ich mich orientieren konnte. Kein Außen, das mich ablenkte.

Nur ich.

Und genau das war zunächst schwer.

Eine Frau von hinten am See oder Meer, viel Landschaft, natürliche Kleidung, kein Model-Look. Sie steht oder sitzt allein am Ufer.
Eine Frau allein in einem natürlichen Zuhause: am offenen Fenster, auf einem Balkon oder in einem stillen Raum. Eine Tasse in der Hand, Blick nach draußen.

Heute weiß ich:

Alleinsein kann ein Geschenk sein.

Denn irgendwann habe ich verstanden:

Alleinsein bedeutet auch All-eins-Sein.

Ein tiefes Ankommen bei Dir selbst.

Ein Zustand, in dem Du nicht ständig jemanden brauchst, der Dir bestätigt, dass Du richtig bist.

Du brauchst nicht ständig Gesellschaft, um glücklich zu sein.

Du brauchst nicht dieses und jenes, damit Dein Leben sich vollständig anfühlt.

Du beginnst zu erkennen:

Du hast bereits viel mehr in Dir, als Du im Außen gesucht hast.

Einsamkeit entsteht oft im Außen

Einsamkeit bedeutet für mich etwas anderes. Du kannst mitten unter Menschen sein und Dich einsam fühlen. Du kannst eine Beziehung haben und Dich einsam fühlen. Du kannst erfolgreich sein, funktionieren, lachen, Termine haben und innerlich trotzdem weit entfernt von Dir selbst sein.

Vielleicht ist genau das die Einsamkeit, über die wir viel zu selten sprechen. Du bist stark im Außen und brauchst im Inneren ständig jemanden, der Dir gibt, was Du Dir selbst noch nicht geben kannst.

Anerkennung. Bestätigung. Nähe. Aufmerksamkeit. Sicherheit.

Barfuße Füße auf Erde, Stein oder am Wasser. Sehr nah fotografiert, natürliche Haut, warme erdige Farben.

Und hier kommt eine unbequeme Wahrheit:

Wenn Du immer etwas oder jemanden brauchst, bleibst Du in der Haltung einer Brauchenden.

Und Brauchende brauchen Brauchende. Das klingt hart. Ich meine es liebevoll.

Denn irgendwann darf die Frage kommen:

Wer bist Du, wenn gerade niemand da ist, der Dir etwas gibt?

Rückzug ist etwas anderes als Vermeidung

Alleinsein kann Kraft schenken. Rückzug kann Dich wieder zu Dir führen, doch manchmal verstecken wir uns auch. Dann spielen wir Schildkröte. Kopf einziehen. Haus zu. Bloß nichts aussprechen. Bloß keinen Konflikt, keine Meinung oder Entscheidung.

Das hat mit Würde wenig zu tun. Wenn Du Dich zurückziehst, weil Du Zeit mit Dir brauchst, kann darin große Kraft liegen. Wenn Du Dich zurückziehst, weil Du nicht die Eier hast, einem Menschen Deine Wahrheit zu sagen, wird aus Rückzug Vermeidung. Der Unterschied liegt in Deiner inneren Haltung.

Ziehst Du Dich zurück, um Dich wiederzufinden?

Oder ziehst Du Dich zurück, damit Du nichts entscheiden musst?

Dein Körper weiß oft früher Bescheid

Und irgendwann beginnt noch jemand mit Dir zu sprechen. Dein Körper. Ich merke das bei mir immer deutlicher. Neulich habe ich etwas länger zurückgehalten, das ich aussprechen wollte.

Ich habe gewartet. Überlegt. Noch einen Moment verstreichen lassen. Und dann: Zack. Mein Hals wurde dick.

Für mich war das ein Moment, in dem mein Körper sehr deutlich gesprochen hat. Ich habe gelernt, genauer hinzuhören. Ein Ja fühlt sich für mich oft weit an. Ich bin glücklich. Mein Körper wird weich. Es entsteht Raum. Ein Nein kann sich eng anfühlen. Manchmal zeigt es sich als Druck. Als Anspannung. Als Schmerz. Im Hals. In der Hüfte. Im Rücken. Der Körper ist für mich dabei kein Orakel. Er ist ein Spiegel.

Und manchmal erzählt er längst eine Geschichte, für die wir im Kopf noch keine Worte haben. Vielleicht lohnt es sich deshalb, Deinen Körper wieder kennenzulernen. Nicht jede Spannung braucht sofort eine Erklärung. Nicht jedes Gefühl braucht eine Diagnose. Manchmal reicht zunächst die Wahrnehmung:

Was geschieht gerade in mir?

 

Detailaufnahme einer weiblichen Hand auf Hals, Brust oder Bauch. Kein dramatisches Schmerzbild. Eher ein bewusstes Spüren.
Sonnenlicht zwischen Bäumen.

Dein Zuhause liegt nicht im Außen

Viele Frauen haben ihr Leben lang gelernt, sich über andere zu definieren. Über eine Partnerschaft, Familie, Leistung, Anerkennung oder die Frage, ob jemand sie braucht. Viele sind vom Schoß des Vaters in den Schoß eines Mannes gegangen. Und haben dabei kaum gelernt, wie es sich anfühlt, wirklich auf eigenen Füßen zu stehen. Ich sehe das immer wieder.

Da ist die Sehnsucht nach jemandem, der Sicherheit gibt. Nach jemandem, der glücklich macht. Nach jemandem, der bestätigt:

Du bist gut. Du bist schön. Du bist richtig.

Doch irgendwann kommt die entscheidende Frage:

Was wäre, wenn Dein Zuhause in Dir liegt?

Das ist kein Zustand, den Du von heute auf morgen erreichst. Es geschieht Stück für Stück. Durch Entscheidungen, Grenzen, Ehrlichkeit, Rückzug, Begegnungen oder durch Mut, Deine eigene Meinung auszusprechen.

Und durch die Bereitschaft, Dir selbst zuzuhören.

 

Was soll Dein zukünftiges Ich über Dich sagen?

Darüber denke ich manchmal nach. Was soll Dein zukünftiges Ich einmal über die Frau sagen, die Du heute bist? Eine starke Frau? Eine Frau, die gelernt hat, sich selbst zu vertrauen? Eine Frau, die ihre Wahrheit ausgesprochen hat? Eine Frau, die Frieden gewählt hat, ohne sich selbst dafür aufzugeben? Und was sollen Deine Kinder einmal über Dich sagen? Dass Du alles vermieden hast, damit nur ja niemand unzufrieden mit Dir war? Oder dass Du gelernt hast, Dir selbst treu zu bleiben? Diese Fragen sind unbequem. Und genau deshalb sind sie wertvoll. Denn Würde entsteht nicht dadurch, dass immer alle zufrieden mit Dir sind. Würde entsteht dort, wo Du Dich selbst nicht mehr verlässt.

Allein sein bedeutet nicht, verlassen zu sein

Vielleicht ist das die Erinnerung, die ich Dir heute mitgeben möchte:

Du bist niemals allein. Vielleicht bist Du gerade allein. Vielleicht beginnt gerade ein neuer Lebensabschnitt. Vielleicht ist eine Beziehung zu Ende gegangen. Vielleicht sind die Kinder aus dem Haus. Vielleicht hast Du einfach genug von dem Lärm da draußen. Dann darfst Du Dir Zeit geben. Lerne Dich kennen. Höre Dir zu. Spüre Deinen Körper. Gehe in die Natur. Sitze einmal mit Dir selbst am Tisch. Ohne Ablenkung. Ohne jemanden, der Dir sagt, was Du fühlen sollst. Und dann schau, was geschieht.

Vielleicht stellst Du irgendwann fest:

Ich habe mich selbst die ganze Zeit gesucht.

Und vielleicht beginnt genau dort Dein Weg zurück. Nicht zu einem anderen Menschen. Nicht in ein neues Leben.

Zu Dir.

Für Dich zum Mitnehmen

Wenn Du allein sein kannst, beginnst Du Dich selbst zu hören.

Und vielleicht ist die wichtigste Frage gar nicht, ob Du jemanden hast.

Sondern:

Kannst Du mit Dir selbst sein und Dich dabei wirklich zuhause fühlen?

Botinnenwort von Luzia Elisabeth van den Broek

Mein Botinnenwort

Du bist nicht allein, nur weil niemand neben Dir steht.
Manchmal beginnt genau dort die tiefste Begegnung Deines Lebens: die Begegnung mit Dir selbst.
Geh zurück in Dein eigenes Zuhause.
Dein Körper kennt den Weg.

Zwei Fragen für dich

Was hörst Du in Dir, wenn es außen ganz still wird?

Wo darfst Du heute aufhören, Dich selbst zu verlassen?

Wenn dich diese Zeilen berührt haben, begleite ich dich gerne ein Stück auf deinem Weg.

Nicht, um dir Antworten zu geben.

Sondern um dich an das zu erinnern, was du längst in dir trägst.

Ich erinnere Frauen an das, was sie längst in sich tragen.

🎙 Wild Woman Spirit Podcast & Meditationen

Auf meinem YouTube-Kanal Wild Woman Spirit findest du Meditationen,
die dich zurück in deine Würde, deine Klarheit und deine weibliche Kraft führen können.

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Am 11. Juni veranstalten Christiane und ich unser Retreat
„Bewusstsein & Genuss“
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Vier Tage.
Tiefe Begegnung.

Natur.
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Vielleicht führt dein Weg genau dorthin.

Oder direkt zu mir.

Denn Heilung beginnt in dem Moment in dem du aufhörst, dich selbst für Liebe zu verraten.

 

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